Budgetanpassungen oder "Die faulen Eier im Osternest 2014"

Katze
Bildquelle: http://pixabay.com/de/katze-schwarz-halloween-schwanz-43013/

Ein bisschen schaut die Katze schon aus dem Sack, auch wenn es nur die Schwanzspitze ist - wie schön. Nun weiß jede/r wen es treffen könnte, aber noch nicht genau wie und vor allem wie viel. Die Budgetkatze ist eben schlau.

Derzeit scheint es ja laut Agenturmeldungen "nur" um berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS) zu gehen. Doch in den Leserbriefen entdeckt man schon die Gehässigkeiten gegenüber den NMS-Schulen. Facit: Es funktioniert, das altrömische Prinzip: DIVIDE ET IMPERA. Lasst sie aufeinander losgehen und wir bringen unser Ding durch.

Lassen wir nun die Gewerkschaftsfraktionen gegeneinander kämpfen? Bringen wir wieder die Freizeitlehrer in Spiel? Was ist mit denjenigen die sich ihre kleine heile Welt geschaffen haben und glauben, sie steht ihnen für immer und ewig zu? Mein Imperium? Mein monetäres Imperium? Mein finanzielles Risiko? Ich war ja mutig - doch ich habe anscheinend versagt? Wer fängt mich auf?

Die lauten neoliberalen Schreier vor noch 10 Jahren konnten sich selbst als Leistungsträger ins Rampenlicht setzen und andere verachten, desavouieren - doch nun betteln sie unter Drohungen jedesmal um Hilfe seitens einer solidarischen Gesellschaft - und sie erhalten sie sogar, diese Hilfe. Doch glaubwürdig sind sie alle nicht mehr - sie haben es geschafft dass jede/r jedem/r misstraut - und mir erscheint diese Folge als das stärkste Gift, das einer Gemeinschaft gegeben werden kann - das Botulinumtoxin, nicht umsonst als das Leichengift bekannt, was den Leib betrifft - und Misstrauen, was eine Gemeinschaft tötet..

Es gibt genügend Vermögen, Besitz (das mit Besetzen zu tun hat, das wir alle nicht mögen im Kino oder im Theater, wenn 10 Jacken über Sessel gelegt werden) und Verdienst, das gerecht aufzuteilen wäre (und Christen  glauben ja sogar daran, oder auch nicht).

Umso absurder wird dieses gegeneinander Ausspielen von Bevölkerungsgruppen, die ohnehin einen großen Teil der Steuerlast in diesem Land tragen und dann noch obendrein eine Verschlechterung ihrer Arbeitssituation in Kauf nehmen sollen währenddessen die "Riskler", die "Abenteurer" sich ständig ihrer Verantwortung entziehen können. Ihre Gefängnisstrafen, bedingt oder unbedingt, bringen das verzockte Geld auch nicht mehr her. Sie sollen darauf "verpilzen". Ihr Darm wird weiterhin verengt bleiben und eigentlich sollte man sie von vornherein auf Verdauungstraktkrankheiten untersuchen.

Tatsache bleibt, dass 31 Jugendliche heutzutage nicht mehr in einer Klasse mit 9 mal 6 Metern 10 Stunden lang eingepfercht werden können. Diese Zeiten sind vorbei. Das kann man keiner BMHS zumuten ohne dass es zu schwersten und schwierigsten  Vorfällen kommt. Schuld sind dann ohnehin wieder die Schule - und damit ihre LehrerInnen. Der Organismus namens GEMEINSCHAFT sucht sich schon seine Opfer, je nach dem Zeitgeist. Vielleicht das "N.... Koglomerat?" Man kann es auch keiner NMS mehr zumuten, auch keinem Kindergarten und keiner Volksschule. Jedenfalls nicht unter den Voraussetzungen, wie unsere Gemeinschaft heute denkt, fühlt, Recht spricht, und Unrecht zulässt. Jedem Gefangenen wird mehr Freiheit zugesprochen wie Kindern, die - "verindividualisiert" plötzlich wieder auf 9 mal 6 Metern in einem Klassenraum zu funktionieren hätten wie damals die Kriegskinder vor 70 Jahren. Das kann sich nicht konfliktfrei ausgehen.

Nein, es geht um "Kohle, Kröten",letztendlich um den "nationalen Darm". Wir unterscheiden uns nicht grundsätzlich von Würmern. Aber wir haben noch etwas dazu erworben im Laufe der Evolution - die ANGST, die ANGST vor VERLUST, dank unserer hervorragend ausgebildeten Ganglienknoten im vorderen Körperstück.

Ich kann sie nicht so einfach überwinden,, diese ANGST vor VERLUST, und mich auf das Wichtige in meinem Leben besinnen. Doch wennn mich Gott oder Allah oder Kali oder der Zufall oder das "Sch..." Atomkraftwerk neben mir vor die Wahl stellt, 31 Kinder in der Klasse oder Darmkrebs, dann wähle ich 31 Kinder. Oder: Tilo Berlin frei und ich Darmkrebs? Lieber Tilo Berlin frei, so einfach ist das.

Der langen Rede kurzer Sinn - ich möchte, dass die Herren und Damen BudgetkürzerInnen dann täglich in diesen Klassen mit 29 Jugendlichen mindestens 5 Stunden hintereinander unterrichten müssen, dann werden sie schon erfahren was in der Evolution der derzeitigen Gemeinschaften abgeht. Vielleicht gibt es ein APP dafür, ein SoZio-APP, doch wird es aber doch eher ein SchiZio-APP. Wahrscheinlich möchten sie dann doch wieder in ihr Büro zurückkehren, denn dort ist es friedlicher, ruhiger, die Ziffern vor ihren Augen wackeln nicht und sie geben auch keine Geräusche von sich, es sind eben Ziffern, still am Papier oder AMOLED-Display.

Noch kürzer: Ihr könnt schon 30 hineinpferchen und nicht mehr trennen wollen, aber euch ist nicht klar was ihr denen antut - es ist unverantwortlich, kurzsichtig und die Taler glänzen in euren Augen. Es regiert der ... DARM und nicht das HIRN. Wie bekannt wurde, bleibt abgesehen von der Volksschule ohnehin kein Schultyp verschont. Lt. Medienberichten sind es nun "nur mehr" 57 Millionen, die eingespart werden sollen - komischerweise reagiert der "Nationale Darm" für "banks too big to fail" mit Milliardendurchfällen, für die Zukunft seiner Ganglien im Strickleiternervensystem jedoch mit Verstopfung. Das hebt nicht gerade das Vertrauen und stärkt auch nicht solidarisches Empfinden.

Eine "Bildungsexpertin" meinte im Mittagsjournal, dass man ruhig ab der 9. Schulstufe bestimmte Inhalte jahrgangsmäßig vermitteln könne. Dabei berief sie sich auf eine nicht genannte Studie (Es ist die Hattie-Studie dahinter zu vermuten). Ihr Beispiel war ROMEO und JULIA. Nach dem INPUT, den sie jahrgangsmäßig vermitteln würde, könnte man ja anschließend wieder in die Klassen gehen oder in kleine Arbeitsgruppen. Mir dünkt, dass die Dame nur noch universitäres Leben kennt und keinerlei Ahnung davon hat, wie Jugendliche ticken. Ich freue mich schon auf ihren Shakespearevortrag im Stadtsaal vor 200 15-Jährigen. Ob sie dann Saalordner braucht? Ja, wahrscheinlich, aber die werden ja vom neuen BM:BF outgesourced - dann kann die Group 4 wieder ein paar mehr Arbeitslose anstellen.

Dieselbe Dame ist übrigens dafür, dass den Schulen nun im Zuge der Autonomisierung Werteinheiten zugesprochen werden, mit denen die Schule dann autonom umgehen soll. Ich frage mich ob sie noch nie davon gehört hat, dass seit BM Gehrer grundsätzlich an den NMS nur mehr 120 Wochenstunden in einem Fach mit Ober- und Untergrenzen für SchülerInnen zu vergeben sind - was meines Erachtens ja eben dieses Werteinheitenkontigent ausmacht, das sie jetzt so großartig einfordert. Denn diese 120 Wochenstunden entsprechen dann ja letztendlich jener alljährlich festzulegenden Stundentafel, mit der LehrerInnenbeschäftigung einhergeht.

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