Die Geschichte des Adventkalenders

Bildquelle: Thomas Hilbrand (http://bilder.tibs.at/node/20659)

Die Aufgabe des Adventkalenders ist es seit nunmehr fast 200 Jahren in der Funktion einer Zählhilfe die Zeit des Wartens zu verkürzen und so die Vorfreude auf den Heiligen Abend und die Weihnachtsfeiertage zu steigern. 

 

Ursprünglich ist der Adventkalender ein lutherische Sitte, wo zuerst eine vierundzwanzigteilige Strichliste am Tür- oder Fensterrahmen verwendet wurde. Diese Liste bestand aus Kreidestrichen, die die Kinder einen nach dem anderen wegwischen durften. Auch war es in manchen Familien Brauch, nacheinander 24 Bilder an die Wand zu hängen. Bekannt ist auch die Sitte, jeden Tag einen Strohhalm in die Krippe zu legen, so dass das am Weihnachtsabend zu erwartende Kind weich liegen würde. Im Jahre 1869 erzählt Thomas Mann in seinem Roman "Die Buddenbrooks", dass die Kinderfrau dem kleinen Hanno einen Abreißkalender geschenkt hatte:

Unter solchen Umständen kam diesmal das Weihnachtsfest heran, und der kleine Johann verfolgte mit Hilfe des Adventskalenders, den Ida ihm angefertigt und auf dessen letztem Blatte ein Tannenbaum gezeichnet war, pochenden Herzens das Nahen der unvergleichlichen Zeit.“

– Thomas MannDie Buddenbrooks

Der deutsche Verleger Gerhard Lang gab von 1903 bis in die 1930er Jahre gedruckte Kalender unter dem Titel "Im Land des Christkinds" heraus. Außerdem stellte er eine Art Schokoladenadventkalender her, das Christkindleinshaus zum Füllen mit Schokolade.

Die Ideen von Gerhard Lang und der Buchhandlung Friedrich Trümpler, die bereits 1902 einen ersten gedruckten Adventkalender in Form einer Weihnachtsuhr mit zwölf Ziffern auf den Markt gebracht hatte, fanden regen Anklang.

In den antiklerikalen Jahren des nationalsozialistischen Weihnachtskults sollten Propaganda und der Kult um die Verehrung der Sonne an die Stelle katholischer Sitten treten. Der Kalender Vorweihnachten enthielt eine Auswahl an Märchen, Backanleitungen und nationalsozialistischen Weihnachtsliedern. Ergänzt wurde dieser Kalender durch Bastelanleitungen für hölzernen Weihnachtsschmuck in Form von Runen und Sonnenrädern.

Heute gibt es das vorweihnachtliche Überraschungspaket auch für ganz Große: Kraftfutteradventkalender, Kalender, die mit Tee, kleinen Weinflaschen oder Bier gefüllt sind, Kalender, die aus Erotikshops kommen oder Chipsadventkalender (Ist das nicht funny?).Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt.

Ebenso erfreuen sich unsere Haustiere über 24 Überraschungen, bis sie dann ihr Geschenk unter dem Christbaum fressen dürfen.

Kurzum: in vielen Haushalten werden auch heuer wieder Adventkalender zu finden sein! Freuen wir uns aufs Aufmachen. Wer in selber füllen will, findet eventuell hier Anregungen!

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Thomas Hilbrand (http://bilder.tibs.at/node/20659)

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