EasyGrimm-Lesung in der VS Wiesing

EasyGrimm
Bildquelle: EasyGrimm

EasyGrimm, das Sprachförder-Märchenbuch, besucht die Volksschule Wiesing

In der modernen Schulbücherei der Volksschule Wiesing versammelten sich am 20. November 2014 die Kinder ganz aufgeregt, weil ein richtiger Schriftsteller auf Besuch gekommen war: Franz Kaslatter erweckte die Märchen aus seinem Buch EasyGrimm zum Leben und gab spannende Einblicke in die berühmten Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Das Buch hat sich inzwischen vom Geheimtipp zum Bestseller gemausert und wird von renommierten Fachmedien weit über die ursprüngliche Zielgruppe hinaus zum Erzählen vor besonders inhomogenen Kindergruppen (Tagesheim, Begabtenförderung, Geschwister, Lesepaten, Behindertenbetreuung, Tagesmütter usw.) als besonders praxistauglich empfohlen.
An diesem "märchenhaften" Vormittag begrüßte die Direktorin Angelika Wagner den Gast in der Volksschule Wiesing und ermunterte die Kinder zum interessierten Nachfragen. Das ließen sich diese nicht zweimal sagen. In einem angeregten Gespräch kam eine Fülle von Märchenwissen zu Tage und viele spannende Fragen: Welche bekannten Märchen gibt es? Was ist so besonders an den Märchen der Brüder Grimm? Wozu braucht man unterschiedliche Märchenbücher? Ist Rapunzel von den Brüdern Grimm oder von Disney? Franz Kaslatter erwies sich als herausragender Märchenexperte, gab ausgiebig Antwort und erzählte dann als Beispiel jeweils ein Märchen aus seinem Buch.

Lesung in der VS Wiesing
 

Aus den über 100 Schulkinder der Volksschule Wiesing wurden zwei Gruppen gebildet, damit alle besonders gut zuhören konnten: von 10h bis 10.45h die erste und zweite Schulstufe und von 11h bis 11.45h die dritte und vierte Schulstufe. Bei den jüngeren Kindern gab es das Märchen von "Rapunzel", bei den älteren das Märchen "Vom Fischer und seiner Frau". Die gezielt verständlichen Textfassungen treffen den Kern der Märchen auf den Punkt, sind klar statt zensiert, kindgerecht statt kindisch. Nach einer Diskussion über das jeweilige Märchen bekamen alle Kinder ein Zauberfaltblatt, mit dem sie selbst das wachsende Haus nachspielen und erzählen können – so gehen Deutschförderung, Leseförderung und Sprachförderung Hand in Hand.
Anita Wallner, die Organisatorin der Lesung, dankte dem Autor abschließend für die schöne Lesung, an die sich alle noch lange erinnern werden (denn als Erinnerung bleibt ein Exemplar von EasyGrimm zum Ausleihen in der Schulbücherei): "Die Kleinen haben sehr gerne zugehört und hätten sich sogar noch ein zweites Märchen gewünscht, die Großen waren auch über die Reflexion danach sehr begeistert!" Anschließend durften ja die Kinder Fragen an den Autor stellen und nutzten diese Gelegenheit ausgiebig.
Dabei konnte man erfahren, dass Franz Kaslatter hauptberuflich pädagogischer Fachbibliothekar ist und in der Studienbibliothek der Pädagogischen Hochschule Tirol arbeitet. Er hat kein einzelnes Lieblingsbuch, sondern eine eigene Bibliothek aus Lieblingsbüchern, die er immer wieder neu liest. Er ist schon "uralt": Als Schauspieler hat er eine Bühnenkarriere von 2 Jahrzehnten hinter sich. Als Autor schreibt er ebenfalls schon seit Jahrzehnten Gebrauchstexte für Werbeagenturen sowie Fachartikel für Zeitschriften. Für sein erstes Buch hat er neun Jahre gebraucht – acht Jahre zum Schreiben und ein Jahr, um aus dem fertigen Text ein Buch zu machen.
Dabei war EasyGrimm gar nicht von Anfang an ein Buchprojekt, sondern zunächst ein Deutschförderkonzept, aus dem in jahrelanger Praxisarbeit schließlich diese speziellen Märchentexte entstanden sind. Das macht Franz Kaslatter zu einem besonderen Experten für Märchen als pädagogische Fördermethode: Auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Frauen wurde EasyGrimm heuer als bestes institutsübergreifendes Projekt Österreichs ausgezeichnet.

Quelle:
Franz Kaslatter

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