Erfahrungsbericht zum Projekt "Denken lernen, Probleme lösen" des BMB

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Bildquelle: Petra Eichler

Mitte September 2017 fiel der Startschuss für das Robotik-Projekt "Denken lernen, Probleme lösen". Von den drei ersten am Projekt beteiligten Clusterschulen kamen zahlreiche Lehrerinnen, Direktorinnen und Direktoren ins neu eingerichtete "EIS" (Education Innovation Studio) im Innsbrucker Medienzentrum in der Hofburg.
Dort erhielten sie durch PHT-MitarbeiterInnen eine Einschulung in den Umgang mit den Bodenrobotern "BeeBots", den Baukästen "Lego WeDo 2.0" sowie den dazugehörenden Tablets, diversen Apps und anderen Hilfsmitteln.
Fleißig wurde gebaut und programmiert und im Anschluss bekamen sie leihweise das technische Equipment für sieben Wochen an die Schulen mit. In allen Klassen der Volksschule Arzl in Innsbruck wurde in dieser Zeit, teilweise mit Unterstützung des PHT-Mitarbeiters Jochen Reischl, damit gearbeitet. 
 
Hier ein Bericht aus der Praxis:
Mit großen Augen wurde in der inklusiven 3b-Klasse die mitgebrachte Ausrüstung ausgepackt und bestaunt. Mit Begeisterung machten sich die Schülerinnen und Schüler ans Ausprobieren und Programmieren, beginnend mit einer grundlegenden Einführung in das System des Kodierens.
 
Vor der Arbeit mit der Roboterbiene mussten die Kinder sich paarweise gegenseitig programmieren. Jeweils ein Kind übernahm die Rolle der Programmiererin oder des Programmierers und gab Befehle wie "Gehe geradeaus!", "Drehe dich nach rechts!" usw. - das andere die Aufgabe des Roboters. Schnell bemerkten sie, dass man die Anweisungen exakt formulieren muss, damit das Roboterkind wirklich macht, was man möchte. So wird auch der direkte Zusammenhang zwischen Befehl und Aktion verdeutlicht und das analytische und vorausschauende Denken sowie die Problemlösekompetenz der Kinder auf spielerische Weise gefördert.
 
Anschließend wurden die Befehle anhand von bestimmten Codes wie Richtungspfeilen visualisiert und ausgeführt. Dieser Schritt ist wichtig, da so eventuell ein Fehler entdeckt und das Programm verändert bzw. auch erweitert werden kann. 
 
BeeBot
 
Als nächstes war die Arbeit auf der mitgelieferten Bodenmatte an der Reihe. Auf einer Seite ist ein Rasterplan mit quadratischen Feldern, die genau der Schrittlänge des BeeBots entsprechen, abgebildet. Dadurch wird das Programmieren erleichtert, da die Anzahl der zu programmierenden Schritte exakt ersichtlich ist.
 
Auf der anderen Seite befindet sich ein Straßenplan, der sich z.B. gut in der Verkehrserziehung einsetzen lässt. Zahlreiche Aufgabenstellungen auf Kärtchen fordern die Kinder in verschiedenen Schwierigkeitsstufen heraus. So mussten sie z.B. einen angegebenen Weg ohne die Verwendung bestimmter Tasten programmieren. Die Herausforderungen wurden gemeinsam besprochen, ausprobiert, verbessert und gemeistert. So wird auch die Sozialkompetenz ständig gefördert, da immer mit einem oder mehreren Partnern gearbeitet wird. 
Man kann auch mit einer "leeren" Rasterfolie arbeiten und gemeinsam mit den Kindern Kärtchen zu bestimmten Unterrichtsthemen gestalten. Viele Ideen und Vorlagen dafür findet man im Internet.  
 
WeDo
 
Zahlreiche naturwissenschaftliche und informatische Themen kann man anhand von kindgerechten Forschungsprojekten mit den Baukästen "Lego WeDo 2.0" bearbeiten.
Am Tablet wird die gleichnamige App geöffnet und man findet eine große Auswahl an geführten oder offenen Projekten für die Bereiche Naturwissenschaften oder Informatisches Denken mit lebensnahem Bezug. Durch verschiedene Fragestellungen, kurze Filmsequenzen, Bauanleitungen, Programmvorschläge, weiterführende Aufträge und Dokumentationsmöglichkeiten ergeben sich für die Kinder spannende Herausforderungen.
 
In der Praxis hat sich bewährt, zuerst gemeinsam mit den Kindern geführte Projekte zu bearbeiten, damit sie mit den Anwendungen vertraut wurden. Nach kurzer Zeit war es dann ohne größere Probleme möglich, die vorgegebenen offenen Projekte zu bearbeiten oder auch eigene zu entwickeln und diese Ideen zu verwirklichen. Als praktikabel hat sich auch hier die Arbeit mit einem Partner oder einer Partnerin erwiesen. Mit großer Begeisterung wurden selbst gebaute Modelle programmiert und vorgeführt sowie eventuell auftretende Probleme erkannt, besprochen und gemeinsam gelöst. Fertige Arbeiten wurden dokumentiert und den MitschülerInnen mittels Beamer vorgeführt.
 
Innerhalb der sieben Projektwochen haben alle wirklich viel gelernt, mit Begeisterung gearbeitet und sehr viele Kompetenzen gezeigt, die sonst eventuell nicht so gleich so offensichtlich sind. Die Kinder mit besonderem Förderbedarf konnten ihre Stärken eindrucksvoll zeigen und zahlreiche
Erfolgserlebnisse erfahren. 
 
Nur ungern wurde das Projekt beendet und das Equipment wieder zurückgegeben. 
 
Mittlerweile hat der 2. Durchgang mit der Volksschule Fischerstraße in Innsbruck, der VS am Stiftsplatz in Hall und der VS Gries im Sellrain gestartet.
 
Quelle:
Petra Eichler
 
Weblinks:
Bildquelle: 
Petra Eichler

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