iCast – ein einfacher Einstieg in die methodische Nutzung von Mobiltelefonen im Unterricht

Handys
Bildquelle: bilder.tibs.at/Lukas Ginther

Sie kennen den Podcast und ebenso den Screencast… doch was ist ein iCast?

Mit der Unterrichtsmethode iCast möchte ich Ihnen eine Möglichkeit zeigen, wie Sie sehr einfach beginnen können, Mobiltelefone im Rahmen Ihres Unterrichts als Werkzeug einzusetzen.

Die Methode iCast lässt sich speziell zum Präsentieren von Arbeitsergebnissen, beispielsweise aus Gruppen oder Partnerarbeiten  einsetzen.

Und so funktioniert es…

Sie geben Ihren Schüler/innen eine Arbeitsaufgabe, die in Gruppenarbeit zu lösen ist, ihr gewünschtes Arbeitsergebnis ist eine Präsentation vor der ganzen Klasse, in der die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst werden. Nur dieses Mal steht nicht die ganze Gruppe vor der Klasse, dieses Mal liegen die Ergebnisse als MP3-Dateien, das heißt als Soundfiles vor und werden der Klasse nur akustisch präsentiert.

Sie ersetzen also das gewohnte Plakat durch ein Hörbeispiel. Eine Datei,. die Sie dann beispielsweise Ihren Schüler/innen im Anschluss als Lernunterlage einfach mailen, oder wenn Sie Moodle einsetzen, auch einfach verteilen können.

Das benötigen Sie…

Damit die Aufgabe funktioniert benötigen Sie zumindest ein Mobiltelefon pro Arbeitsgruppe, das über eine Aufnahmefunktion verfügt. Ein dazu passendes Datenkabel und das unterhalb angeführte Onlinetool zum Konvertieren. Ich empfehle Ihnen die Verwendung von Datenkabeln, da Sie im Normalfall zum Verbinden des Handyspeichers mit einem Schul-PC keine Adminrechte brauchen. Natürlich gäbe es auch die Möglichkeit, von Bluetooth und gegebenenfalls auch W-Lan, klären Sie dies aber bitte gegebenenfalls mit Ihrer EDV-Kustodin bzw. Ihrem EDV-Kustoden ab.

Es empfiehlt sich zusätzlich ein alternatives Aufnahmegerät, beispielsweise einen aufnahmefähigen MP3-Player mit dabei zu haben, falls zu wenig Telefone im Klassenverband zur Verfügung stehen.

Ablauf…

Wenn die Schüler/innen grundsätzlich mit Ihren Arbeitsaufgaben fertig sind und mit der Erstellung des Casts beginnen, sollte vor der Aufnahme ein Skript bzw. Minidrehbuch erstellt werden. Das gibt den Schülern/innen Sicherheit und minimiert Versprecher.

Geben Sie eine klare Zeitvorgabe, das heißt im Normalfall würde ich einen Zeitrahmen von 2 - 3  Minuten vorgeben - so  sind diese "Lernhäppchen" gut verdaulich.

Im Gegensatz zum herkömmlichen Podcast wird beim iCast keine Musik bzw. werden keine Soundeffekte eingebaut. Ebenso sollte der Cast in einem Stück aufgenommen werden - so ersparen Sie sich den etwas aufwendigeren Arbeitsgang des Schneidens. Der Aufbau erfolgt nach dem folgenden Schema:

  1. Themenstellung / Einleitung (gegebenenfalls ohne Nennung der Gruppenmitglieder)
  2. Kurzüberblick
  3. Detaillierte Informationen
  4. Zusammenfassung

Wenn die Aufnahmen fertiggestellt sind, werden Sie mittels Datenkabel auf den PC übertragen. Nach dem Übertragen kommt ein kleines Problem auf uns zu: wenn jede/r Ihre/r Schüler/innen ein unterschiedliches Telefon verwendet, so liegen die Arbeitsergebnisse in den verschiedensten Dateiformaten vor. In diesem Fall verwenden Sie einfach den Online-Konverter. Sie wählen das Zielformat (ich empfehle Ihnen das MP3-Format) und suchen sich die Quelldatei auf der Festplatte. Nach dem Bestätigen erhalten Sie einen Downloadlink und schon haben Sie die konvertierte Datei auf Ihrer Festplatte.

Ein kleiner Tipp:

Neuere Samsung Mobiltelefone speichern ihre Aufnahmen unter dem Format .3ga ab. Dieses Format wird grundsätzlich von Playern nicht erkannt und kann somit nicht abgespielt werden. Damit Sie eine 3ga-Datei abspielen können, ändern Sie die Dateiendung einfach in .3gp - und schon kann beispielsweise der VLC-Player diese Datei abspielen. An einem Beispiel erklärt: aus file1.3ga wird dann die Datei file1.3gp .

Abbildung: Der Online-Konverter ist zwar in Englischer Sprache aber trotzdem kinderleicht zu bedienen.

Im Anschluss werden alle Soundfiles in der Klasse vorgestellt – wenn im Cast keine Namen genannt werden, so steigert dies die Spannung. Speziell für Schüler/innen, die bei Präsentationen vor der Klasse recht nervös werden bzw. für die eine herkömmliche Präsentation eine große Belastung darstellt, stellt diese Methode eine große Entlastung dar.

Vielleicht probieren Sie’s bei Ihrer nächsten Gruppenarbeit ebenso – nutzen Sie das Potential von Smartphones im Unterricht!

Weiterführender Link (bitte mit Strg + Linksklick öffnen)

Bildquelle: 
bilder.tibs.at/Lukas Ginther

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