Kontrollierte Kernfusion - ein Märchen oder Wirklichkeit?

ITER - Kernfusionsreaktormodell
Bildquelle: Wikimedia Commons

"Der heißeste Platz in unserem Sonnensystem wird sich in acht Jahren im kleinen Dorf Saint-Paul-lès-Durance in Südfrankreich befinden. Bis vor kurzem bestand hier nur eine riesige, niedergewalzte Fläche.

Doch seit dem Vorjahr fahren, gleich neben dem nur durch einen Waldstreifen getrennten Kernforschungszentrum Cadarache, die Bagger und Kräne auf, um den größten Fusionsreaktor der Welt zu bauen. Mit der geplanten Zündung des Plasmas im November 2020 sollen im Kern dieses Fusionsreaktors ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor) schier unvorstellbare Temperaturen von mehr als 100 Millionen Grad Celsius herrschen – ein Vielfaches der 15 Millionen Grad im Inneren der Sonne..." (Quelle: www.profil.at)

"...Ungefähr zehn Jahre nach Baubeginn könnte ITER das erste Plasma erzeugen, so dass mit einem Betriebsbeginn im nächsten Jahrzehnt – nach jetzigem Plan 2020 – gerechnet werden kann. Dann werden bis zu 1000 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker rund zwanzig Jahre an der Anlage arbeiten. Europa wird rund 45 Prozent der Baukosten übernehmen, den Rest tragen die übrigen sechs Partner zu gleichen Teilen. ..." (Quelle: www.ipp.mpgi.de)

"...ITER wird als gemeinsames Forschungsprojekt der sieben gleichberechtigten Partner Europäische Atomgemeinschaft, Japan, Russland, Volksrepublik China, Südkorea, Indien und USA entwickelt, gebaut und betrieben. Die USA waren von 1998 bis 2003 vorübergehend aus dem Projekt ausgestiegen, Kanada ist im Jahre 2004 aus dem Projekt ausgestiegen.

Mit dem Bau sollte ursprünglich 2006 begonnen werden, die Fertigstellung und Inbetriebnahme war auf 2015 terminiert. Der Bau wurde aber erst im Jahre 2009 begonnen, die Fertigstellung auf 2018 verschoben. Dabei spielt Geld offenbar keine Rolle: Knapp 10 Milliarden Euro waren für den Bau des Reaktors veranschlagt, wobei dem Reaktortyp lediglich eine Lebensdauer von 20 Jahre vorher gesagt wird. Doch nicht nur der Bau, auch der Betrieb des Testreaktors ist teuer, in den geplanten 20 Betriebsjahren werden nochmal etwa 4,5 Milliarden Euro anfallen.

Im Mai 2010 teilte die Europäische Kommission mit, dass laut einer aktuellen Kostenschätzung ihr Anteil an den Baukosten von ehemals geplanten 2,7 Milliarden Euro auf 7,3 Milliarden Euro steigen wird. Daraus errechnen sich Gesamtkosten in Höhe von 16 Milliarden Euro. Im Dezember 2011 beschloss die EU zusätzliche 1,3 Milliarden Euro in den Reaktor zu investieren. ..." (Quelle: www.contratom.de)

Eines ist klar: Es geht um unheimlich viel Geld. Welche Lobby nun was fördern oder hemmen möchte, weiß wohl niemand. Doch andererseits ist mir auch klar, dass das Geld für Rüstungsausgaben pro Jahr hier bestens angelegt wäre. Dann gäbe es wohl keine Finanzierungsdiskussionen mehr, weil einfach genug "Kohle" vorhanden wäre - die Steinzeitler hätten wohl "Salz" gesagt, und ich müsst eigentlich "Finanzderivate" anstelle von "Kohle" einsetzen, oder nicht? Es geht wie immer um VERTEILUNG von Allgemeinvermögen, denn VOLKsvermögen klingt irgendwie anrüchig in Zeiten des wiedererwachenden VOLKSempfindens à la JOBBIK & Dobernig.

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