Wechsel, Schecks und Münzen - und was Kalifen und Templer damit zu tun hatten

Holländischer Wechsel aus dem Jahre 1863
Bildquelle: Wikimedia Commons; http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wisselbrief_%E2%80%98Opheffing_der_slavernij%E2%80%99,_Ministerie_van_Koloni%C3%ABn,_1863_-_Rijksmuseum.jpg?; 2.11.2014; public domain

Schon die Kalifen von Bagdad kannten den geldlosen Zahlungsverkehr, Mohammed selbst war ja auch Kaufmann gewesen. Arabische Händler zogen durch Europa, Afrika und Asien - und nicht immer war es günstig, mit Goldmünzen bestimmte Gegenden aufzusuchen. So nutzten sie Schecks, die sie an einem fernen Ort bei einem Bankier in Geld umtauschen konnten. Auch Geld wird verliehen und dafür Zinsen eingeheimst. Der Gewinn dient wiederum für Investitionen in neue Geschäfte. Doch nach der Jahrtausendwende erwächst Konkurrenz - Europa verändert sich, die Bevölkerung nimmt zu, der Ackerbau wandelt sich, jüdische Kaufleute übernehmen viele Händlerfunktionen und neue Zentren des Handels erwachsen in Mittel- und Norditalien. Der Handel "internationalisiert" sich.,

" ... Nicht nur militärisch und ethisch strebte der Orden an die Spitze der Gesellschaft, auch wirtschaftlich vermochte er innerhalb kürzester Zeit atemberaubendes zu leisten.  Das Konzept des Bankwesens, das durch die Privilegien des Ordens ermöglicht wurde, war gleichermaßen raffiniert wie effizient und verhalf ihm zu nahezu grenzenlosem Reichtum.

Nach der Eroberung des Heiligen Landes und der - nicht zuletzt dank der Templer - wieder sicheren Handels- und Pilgerrouten florierte der Handel zwischen dem Abendland und der Terra Sancta prächtig. Allerdings war es für die Händler immer noch sehr riskant, größere Mengen Goldes zu transportieren, denn auf dieser langen Strecke konnte immer etwas passieren... Räuber zu Land, Räuber zur See, Stürme, die nicht wenige Schiffe auf den Meeresgrund beförderten und so weiter...

Die Templer boten den Händlern eine Alternative, denn sie boten ihnen an, beispielsweise in Frankreich Gold entgegenzunehmen, dessen Empfang zu quittieren und dem Händler dann im Heiligen Land sagen wir mal in Antiochia gegen Vorlage dieser Quittung das Gold abzüglich einer Gebühr auszuhändigen. Allerdings dauerte eine solche Reise ja recht lang, je nach Reisemittel zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. In dieser Zeit wurde mit dem verwahrten Gold gewirtschaftet, das heißt es wurde gegen Zinsen verliehen. Dieses verliehene Gold wiederum musste in vielen Fällen auch am Zielort gar nicht ausgezahlt werden, denn die Garantie des Tempels für die Verfügbarkeit des entsprechenden Goldbetrages, verbürgt in der Quittung, genügte vielen auch nach der Ankunft weiterhin als sicheres Zahlungsmittel. Man konnte eine Quittung zum Beispiel über 1000 Goldstücke erhalten, ebenso aber auch zehn Quittungen à 100 Goldstücke und damit dann bequem seine Handelsinvestitionen tätigen und sich den entsprechenden Differenzbetrag dann von seinem Handelspartner auszahlen lassen. Diese Art des Geldtransfers hatte für die Händler den Vorteil des gefahrlosen Geldverkehrs und für den Tempel den Vorteil, dass sie die verwahrten Summen problemlos mehrfach verleihen konnten, da das Gold ja nun für immer größere Zeiträume länger "uneingelöst" in den Truhen lag. 1000 Goldstücke konnten damit beispielsweise zehnmal verliehen werden, sodass die darauf anfallenden Zinsen sich an einem Kapital von 10.000 Goldstücken bemessen ließen.

Faszinierend mutet in dieser Hinsicht insbesondere an, dass diese Quittungen dann in etwa die gleiche Funktion wie Bargeld annahmen. Der "goldlose" Zahlungsverkehr erfreute sich dazu auch immer größerer Beliebtheit und breitete sich auch außerhalb der entfernten Handelsstrecken immer weiter aus. Auch auf Reisen innerhalb des Abendlandes drohten den Händlern Gefahren... zumal sich ein solcher Bürgschaftsbrief viel leichter transportieren ließ und auch der Transport einiger Quittungen bei weitem weniger Aufmerksamkeit von lichtscheuem Gesindel oder auch Steuereintreibern auf sich zog. Die Quittungen zu stehlen hätte auch wenig Sinn gemacht, denn welcher Räuber hätte schon den Mut aufgebracht, mit einem geraubten Bürgschaftsdokument in eine Templerniederlassung zu spazieren und die Auszahlung zu fordern? Zumal, ja bekannt werden würde, dass der Betreffende überfallen oder ermordet sei. Auch damit in der genannten Bargeldfunktion zu bezahlen war riskant, da die Quittungen ja immer den Namen des Empfängers aufwiesen, was die Rückverfolgung zum Täter durchaus erleichtern mochte. Damit waren diese Quittungen zu einem vergleichsweise unkomplizierten und bequemen Zahlungsmittel geworden.
Das Papiergeld war in gewisser Hinsicht geboren.

Der Wert wurde nun erstmalig auf Wertträgern abstrahiert, statt im Gold oder Silber selbst verkörpert zu sein. Und je mehr Menschen die Vorteile des goldlosen Zahlungsverkehrs nutzten, umso mehr Gold lagerte in den Schatzkammern des Tempels, das wiederum gegen hohe Zinsen verliehen werden konnte. Ein wacher Geist mag darin so einige Parallelen zum heutigen Bankwesen erblicken... " (Quelle: http://www.freye-templer-septentrio.de/Templer.htm; 2.11.2014)
 

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