Zeitzeugen erinnern - ein Projekt an der NMS Oetz

Bildquelle: Christa Bobnar

Nachdem im Rahmen des Geschichte-Unterrichts der 4. Klassen die Themen „NAZI-Zeit und 2. Weltkrieg“ behandelt worden waren, wurde Herr VD i.R. Heinrich Gritsch eingeladen, an der NMS aus seinem Buch "Letzte Zeugen erinnern"  vorzulesen.

Am 11.04.2018 war es soweit: In Anwesenheit von drei Zeitzeugen wurde das Buch vorgestellt. Die Veranstaltung wurde von den Musiklehrerinnen und den SchülerInnen der NMS Oetz sehr gefühlvoll musikalisch umrahmt.

Der Autor, der die Zeitzeugen selbst interviewt hatte, stellte alle 20 Personen mit Hilfe von Portraitfotos vor und erwähnte kurz Ereignisse aus deren Lebensgeschichte, die das Leben geprägt bzw. tiefgreifend verändert hatten.

Von vier Zeitzeugen und deren Geschichte erfuhren die interessierten Anwesenden, darunter die beiden Bürgermeister Ing. Hansjörg Falkner und Fredi Köll und HD i.R. Hans Röck mehr.

Mit Dr. Lami, einem Notar aus Silz, startete Herr Gritsch seine „Vorlesung“:  Der Zeuge schilderte seine schwere Verwundung in Russland. Er glaubte, dass ihm das Kaninchenfell, das ihm seine Mutter in die Uniform eingenäht hatte, das Leben gerettet hat. 

Prof Angelica Bäumler, die nicht wusste, dass ihre Mutter Jüdin war und aus der Klasse von der GESTAPO, von zwei „Riesenlackeln“, abgeholt wurde, überlebte mit Hilfe eines katholischen Priesters in Großarl.

Sabine Eiter, Hebamme in Haiming, erzählt von ihrer einfachen Kindheit auf einem kleinen Bauernhof in Gries im Sulztal.

Pepi Praxmarer, ein anwesender Zeitzeuge, schilderte eindrücklich seine Fahrt an die Front in einem Viehwaggon der Eisenbahn mit einem Helm, der ihm über die Augen rutschte, weil er ihm zu groß war und einem Gewehr, das ihm beim Gehen in die Kniekehlen stach. In Haiming war die Fahrt schon zu Ende, da er dort desertierte. Er sagt im Buch:

Krieg zu führen ist das Niedrigste, was ein Geschöpf mit Verstand tun kann. Ich war damals dagegen und bin es bis zum heutigen Tag. Menschen, die sich gar nicht gekannt, nie dem Gegenüber etwas zuleide getan hatten, mussten sich nun gegenseitig abschlachten, nur weil eine machtgierige Clique das veranlasst hatte.

Ein Gespräch in kleinen Gruppen mit den Zeitzeugen Hertha Reindl, Pepi Praxmarer und Engelbert Raggl rundete die Lesung ab, bei der es so ruhig war, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören.

Der Autor wünscht sich, dass möglichst viele Jugendliche von dieser schweren Zeit erfahren und sich für den Frieden einsetzen.

Text und Foto: Christa Bobnar (Projektleiterin)

Bildquelle: 
Christa Bobnar

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