Bildquelle: Logo IFA Berlin

Bei der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin  wurde ein digitaler Babysitter vorgestellt. Der Panasonic Educational Partner zeigt auf, wohin die digitale Reise in Sachen Lernen und Erziehung gehen kann/ wird. Diese Entwicklung fasziniert gleichermaßen wie sie abschreckt. Das Potential dieses Roboters ist zweifelsohne vorhanden, die Vision einer Robokratie genauso.

DIE IFA Berlin ist mit mehr als 100 000 Besuchern die weltweit größte Fachmesse für Konsumenten-Elektronik-Fachhändler, Publikum sowie  Medien und zeigt neueste Entwicklungen und Trends aus den Bereichen Unterhaltungs- und Gebrauchselektronik. Hier hat Panasonic  Anfang September seine neuesten Produktentwicklungen präsentiert.

Der Panasonic Educational Partner, ein Roboter in Form eines Balls, kann Geschichten vorlesen, erzieherisch wertvolle Tipps geben oder auch Fotos machen, wenn Eltern sich nicht gerade im gleichen Raum aufhalten wie ihr Nachwuchs.

Cloudbasiert kann die Erziehungsarbeit der Eltern unterstützt werden. Der Educational Partner ist mit einer Vielzahl von Datenbanken verbunden, die man etwa bei Lernschwierigkeiten oder Krankheiten aufrufen kann.

Moralisch und ethisch soll dieser Social Robot als hilfreiches Werkzeug bei allen Erziehungsproblemen dienen: LED-lächelnd und mit einer sanften, zart lispelnden Stimme erklärt der Panasonic Educational Partner z.B. die Vorzüge des gesunden Essens mit Hilfe von Carott Man Stories.

Der aktuell nur als Prototyp existente Erziehungspartner ist mit Kameras, Mikrophonen und Umgebungsmessern ausgestattet - bringt also alles mit, was man zur Überwachung des Nachwuchses braucht: Big Mama is watching you! Besonders spooky ist der Fortbewegungsmodus des Geräts, der fast gespenstisch wirkt.

Ein mulmiges Gefühl beschleicht mich: Roboter, die Staub sagen, ja gerne, aber als Erziehungspartner? Nach längerem Nachdenken fällt mir aber ein, dass die Erwachsenen von heute ja auch mithilfe der elektronischen Großmutter, dem PC und dem TV, aufgewachsen sind. Außerdem sitzen Scharen von Müttern und Vätern in Kaffeehäusern und Restaurants, während der Nachwuchs mit dem elterlichen Handy spielt. Nutzen wir also nicht bereits digitale Möglichkeiten, um unsere Kinder zu beschäftigen? Haben wir nicht schon alle die Ordination von Dr. Google aufgesucht? Und hängen nicht ohnehin schon zahlreiche Kinderfotos in diversen Clouds? 

De facto haben wir somit bereits zweifelsfrei digitale Erziehungspartner, auch wenn ihnen momentan noch ein Emoji-gleiches Gesicht fehlt.

Wir dürfen gespannt sein, was in Digitalien alles möglich sein wird!

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