Materialien zur Schulung eines bewussteren Umgangs mit Wasser

Bildquelle: alps-gmbh.com

 

Wasserproblematik
Wasser ist weltweit eines der kostbarsten Güter. Große Teile Europas sind von Flüssen durchzogen, die in den Alpen entspringen, weshalb die Alpen auch als Wasserschloss des Kontinents gelten [1]. Mitteleuropa - und damit auch Österreich -  ist dadurch überwiegend in der glücklichen Lage, über ausreichende Wasserressourcen in hoher Qualität zu verfügen. Wasser wird daher häufig als selbstverständlich angesehen und unnötig verschwendet, während andere Regionen mit ihrer Wasserversorgung unter Druck stehen.

Wasserfußabdruck und virtuelles Wasser
Entgegen gängiger Annahmen ist Österreich nicht ausschließlich Wasserexporteur. Im Gegenteil, der größte Teil des Wassers, das wir täglich verbrauchen, wird aus dem Ausland importiert [2]. Dabei handelt es sich um sogenanntes virtuelles Wasser,  das in Gütern „versteckt“ ist, die wir jeden Tag konsumieren. Virtuelles Wasser ist die Gesamtmenge des Wassers, das bei der Herstellung und beim Transport von Gütern und Nahrungsmitteln verbraucht wird [3]. Während wir ca. 120-150 Liter/Tag/Kopf (L/T/K) direktes Wasser aus unseren Wasserleitungen verbrauchen, ist der Verbrauch von virtuellem Wasser um ein Vielfaches höher. Unser virtueller Wasserverbrauch beträgt  bis zu ca. 4200 L/T/K. Die Gesamtmenge an Wasser, die wir direkt und virtuell verbrauchen, wird als Wasserfußabdruck bezeichnet. Dabei wird in den sogenannten grünen, blauen und grauen Fußabdruck unterschieden [4]. Der Größte Teil des Wasserfußabdrucks entsteht durch landwirtschaftliche Produktion. Fast 70% dieser Wassermenge wird aus dem Ausland nach Österreich importiert [2]. Dadurch wird auch häufig Wasser aus Regionen nach Österreich importiert, die bereits unter Wasserknappheit leiden, bzw. deren Wasserversorgung durch den Klimawandel unter Druck gerät. Diese Umstände sind dem/der KonsumentIn jedoch meist nicht bewusst.

Bewusstseinsbildung
In den Forschungsprojekten Urban_Waterfootprint und WaterFlows, geleitet von alpS, wurden gemeinsam mit acht Schulklassen unterschiedlicher Altersstufen Unterrichtseinheiten entwickelt und getestet, die diese Umstände bewusst machen sollen. 

In einem modularen Aufbau von zwei bis vier Einheiten können sich die SchülerInnen mit folgenden Themen beschäftigen:

  • Was ist direktes und virtuelles Wasser?
  • Woher kommt das virtuelle Wasser, das wir mit unserer Nahrung (und Kleidung) konsumieren?
  • Was ist der Wasserfußabdruck und wie kann er gemessen werden?
  • Erarbeiten von Maßnahmen, um den Wasserfußbabdruck zu verbessern, z.B. verkleinern und nachhaltiger gestalten
  • Internationale Verflechtung von virtuellem Wasser

Dazu wurden Unterrichtsmaterialen entwickelt, die auf der alpS Homepage frei zur Verfügung stehen (www.alp-s.at/cms/de/wasser/abgeschlossene-projekte/waterflows):

  • Berechnung des persönlichen Wasserfußabdrucks
  • Virt(s) Was Wissensspiel
  • Weltspiel zum Thema Wasserfußabdruck

Weiterführende Links:

Literatur:
[1] Messerli, B., D. Viviroli, and R. Weingartner (2004), Mountains of the world: Vulnerable water towers for the 21st century. In: Ambio 13, S.29-34.
[2] Vanham, D. (2012), Der Wasserfußabdruck Österreichs. Wie viel Wasser nützen wir tatsächlich und woher kommt es? In: Österreichische Wassers- und Abfallwirtschaft 64 (1-2), S. 267-276.
[3] Allan, J. (1998), Virtual water. A strategic resource global solution to regional deficits. In: Ground Water 36, S. 545-546.
[4] Hoekstra, A., Chapagain, A., Aldaya, M., Mekonnen, M. (2011), The water footprint assessment manual. Setting the global standard. London, Washington DC: Earthscan.

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